Das Interview mit BOSSBABE DanyK, Gründerin des Online-Kongresses “Be Yourself, Start to Shine”

DanyK hatte alles, was sich unsere Eltern für uns wünschen: Sicherheit, einen guten Job, ein geregeltes Einkommen. Bis der Burnout ihre Welt aus den Angeln hob. Ihre Geschichte ist faszinierend und mutig zu gleich. Im Interview verrät sie uns, warum sie nach 13 Jahren ihr Angestelltenverhältnis verließ, was sie heute macht und wie sie heute mit ihren Ängsten und Herausforderungen umgeht.

Wie hast du es geschafft, deinen Burnout zu überwinden?

Ich habe noch relativ rechtzeitig die Reißleine gezogen und hatte zum Glück auch eine gute Ärztin, die mich auf meinem Weg unterstützte. Im letzten Jahr arbeitete ich mich da mehr oder weniger raus und machte mir viel drüber Gedanken, wie es für mich weitergeht. Wenn du einmal an so einem Punkt bist, stehst du vor dem Problem, dass du erstmal in ein großes Loch fällst und denkst: „Du kannst eigentlich gar nicht mehr aufstehen.“ Alles das, was du bisher dachtest, wie dein Leben zukünftig aussehen soll, fällt irgendwie weg.
An mein Leben nach dem Burnout habe ich mich langsam heran getastet, Stück für Stück, viel gelesen, die klassischen Bücher (bspw. „Safari des Lebens“), viel den Podcast von Laura Malina Seiler gehört, meditiert, und mir ist so langsam einfach mal klar geworden, was ich im Leben will und was ist so das, was für mich wichtig ist, was mich auch glücklich macht. Offensichtlich war es das, was ich die 13 Jahre davor gemacht habe, nicht.

Du bist gerade dabei, dich selbstständig zu machen. Das ist ein langer Prozess und bedeutet viel Arbeit, auch unbezahlte. Wovon lebst du jetzt gerade?

Aktuell bin ich gerade dabei, das Unternehmen „DanyK Coaching“ zu gründen. Der kostenlose Online-Kongress ist der Startschuss für mein eigenes Coaching Business und gleichzeitig ein Herzensthema. Bei Freundinnen, in der Familie, aber auch auf der Arbeit habe ich lange beobachtet, dass vor allem wir Frauen uns zu oft zu hart selbst kritisieren und uns oft nicht trauen, unser volles Potenzial zu leben. Das finde ich sehr schade. Deswegen möchte ich in erster Linie Frauen dazu ermutigen, dass sie in sich hinein hören und sich trauen, ihre Emotionen und Gedanken nach außen zu tragen.

Wie gehst du mit Kritikern um?

Kritik ist ja nicht immer nur was Negatives, es kommt darauf an, wie derjenige seine Kritik äußert. Dann schaue ich, wie ich das für mich einordne. Ist es konstruktive Kritik? Dann schaue ich: „Okay, wie könnte man da etwas ändern.“ Oder spüre ich, ist da gerade jemand nur drauf aus, mich zu verletzen? Das gibt es leider auch. Dann versuche ich das nicht so stark an mich heran zu lassen und mich vor allem davon nicht einschüchtern zu lassen.

So einen Kongress und eine Selbstständigkeit aufzubauen, ist ein harter Job mit langen Arbeitszeiten. Es ist schwer, sich davon rauszunehmen und mal ein Thema beiseite zu legen, Wochenende zu haben, der Laptop ist immer in Reichweite, der Arbeitsweg fällt weg. Wie achtest du auf Ausgleich – gerade im Hinblick auf deine Vergangenheit?

Ich bin gerade noch dabei, meinen Weg zu finden. Ich arbeite von Zuhause aus, das Schöne ist daran, dass ich meine Zeit nach Belieben einteilen kann. Gerade nach so einem Burnout ist es schwierig, denn du weißt gar nicht, wie leistungsfähig bin ich denn noch? Was geht und was nicht? Ich habe jetzt die Möglichkeit, mich da wieder heran zu testen. Aber auch aufgrund dieser Erfahrung, weiß ich, was mir nicht gut tut und versuche, immer wieder Pausen einzubauen. Ich habe auch einen Hund und gehe mit dem spazieren. Der ist so ein guter Wachrüttler, der ab und zu mal neben dir steht, so nach dem Motto „Jetzt wäre es doch mal Zeit, wieder eine Runde laufen zu gehen.“

Auf deiner Website schreibst du, dass eine Frau in der Business-Welt es schwer hat, sie selbst zu sein und zu ihren Emotionen zu stehen. Dadurch bekommt man das Gefühl, dein Kongress sei nur für Frauen, die sich gerade in einer Sinnkrise befinden und hinter einer Maske verstecken. Stimmst du zu?

Ja. Der Kongress ist aktiv für Frauen, die sich gerade in einer Krise befinden. Dann greifen die Interviews mit den Speakern am besten.

Wie äußert sich solch eine Krise?

Wenn du zum Beispiel ganz viele Selbstzweifel mit dir herumträgst und oft das Gefühl hast, du seist nicht gut genug. Wenn du spürst, dass du eine gewisse Unruhe in dir trägst, du ganz schlecht schläfst, dich tagtäglich geradezu zur Arbeit schleppst und nur darauf schaust, wie du den Tag überstehst und keinen Spaß am Leben hast. Oder wenn du denkst „Ich habe noch so viele Träume und Wünsche“, aber keine Ahnung hast, wie du sie umsetzen sollst. Wenn du dir deine Wünsche also aktuell nicht zutraust und Unterstützung benötigst.

Auf welche Interviews bist du besonders stolz in deinem Programm?

Boah, das ist schwer (lacht). Mir sind alle Coaches und Trainer ganz wichtig, aber am meisten stolz bin ich natürlich auf die Zusage von Angelina Kirsch (Anm. der Red.: Deutschlands erfolgreichstes Curvy-Model). Das Interview mit Maria Anna Schwarzberg, weil sie eine ähnliche Geschichte hat wie ich und über Hochsensibilität spricht. Das emotionalste Interview ist das mit Merle Zirk, denn sie überstand eine schwere Krebserkrankung und ist gerade mal zwei Jahre älter als ich. Das ist auch so ein Thema, wo einem nochmal bewusst wird, was im Leben wirklich zählt.

Mit deinem Kongress möchtest du „mehr weibliche Energie in die Welt strahlen“ – wie passen dann 6 männliche Speaker in das Programm?

(lacht) Ja, es gibt ja eine weibliche und eine männliche Energie und beide, denke ich, sollten im Einklang sein. Ich dachte lange darüber nach und entschied mich schließlich bewusst dazu, Männer als Speaker mit aufzunehmen. Ich finde, um seine weibliche Energie in die Welt strahlen zu können, gehört auch der Aspekt dazu, den Männer in solche Themen reinnehmen, mit einbindet. Eben diese Männer zeigen, dass auch sie eine weiche Seite haben und mit den gleichen Problemen kämpfen. Männer und Frauen haben da ja auch unterschiedliche Strategien, um mit Stress und Zweifeln umzugehen. Um beide Blickwinkel zu vereinen, habe ich sie als Speaker mit aufgenommen.

Schlagworte wie „Liebe, Frieden, innere Bestimmung und Geborgenheit“ klingen sehr spirituell in deinem Programm, was einige abschrecken könnte – was sagst du diesen Leuten?

Die Spiritualität gehört ein Stückweit zu unserem Leben dazu. Diejenigen, die das abschreckt, kann ich die Zweifel nehmen: „Be Yourself, Start to Shine“ wird kein Kongress, wo wir zu Engeln sprechen oder solche Dinge. Es geht schon wirklich um handfeste Tipps, wie man seinen Alltag gestalten kann, wie man mit dem Thema „Selbstzweifel“ umgehen kann. Da gehört eine gewisse Spiritualität im Sinne von, ich schaue mal nach innen und höre auf mein Herz und meine Seele.

Was kann man konkret tun, um sein Selbstwertgefühl zu steigern?

Setzt euch hin und nehmt euch Zeit mit euch selbst. Überlegt euch, was euch als Individuum ausmacht, was ihr gut könnt und was ihr an euch mögt. Fragt dazu auch gerne andere, was sie an euch wertschätzen. Jeder Mensch bringt positive Dinge mit und jeder hat seine eigenen Stärken. Oft verlieren wir einfach den Blick darauf und da hilft es, Freundinnen oder den Freund, die Mama, Geschwister, oder Freunde zu fragen, was sie denn an einem schätzen und sich das auch wirklich aufzuschreiben. In Zeiten, an denen man stark an sich zweifelt „Hey, ich kriege gerade gar nichts hin“ lest euch diese Komplimente durch.
Eine weitere Sache ist, was besonders mir geholfen hat, seine Erfolge zu feiern! Nicht schon wieder weiter zu rennen zum Nächsten, so werden wir auch ein Stück weit erzogen. So ist das auch mit Zielen, da läuft man dann auch Gefahr, dass man sich nicht riesig darüber freut, sondern sagt „Ah, da kommt ja schon wieder Ziel Nummer 2“.
Sich seine Resultate bewusst zu machen, ganz wichtig: Hier geht’s nicht um den Welterfolg und große Erfolge, sondern um die kleinen Dinge. Vielleicht hattest du eine tolle Präsentation auf der Arbeit oder bist 5 Minuten länger gelaufen als sonst bei deiner Joggingrunde. Jeder von uns hat kleine Erfolge aus dem Alltag oder der Kindheit, die mal aufzuschreiben und die neuen dazuzuschreiben, dann erkennt man erst wie viel man im Leben schon geschafft hat.

Was gibst du allen unentschlossenen Mädels da draußen mit?

Dass sie gut sind, so wie sie sind. Das ständige Zweifeln,… ich finde, man muss sich nicht ständig verändern, darum geht es nicht. Sondern sollte sich selbst akzeptieren mit allen – ich sag immer liebevoll – „Special Effects“, all den Ecken und Kanten, die eine Person zu dem machen, was sie ist. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn man jetzt noch nicht weiß, wo man hin will oder was einem im Leben wichtig ist. Dafür sollte man sich nicht verurteilen.


Hier bekommt ihr noch mehr Infos über den kostenlosen Online-Kongress “Be Yourself, Start to Shine”: beyourself-kongress.de

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