Mit der neuen Selbstständigkeit kommen viele neue Themen auf euch zu. Eine Entscheidung, die ihr zu Beginn eurer Selbstständigkeit treffen müsst, ist, ob ihr die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmt oder darauf verzichtet. Eine Übersicht aller Themen, an die ihr zu Beginn eurer Selbstständigkeit denken müsst, findet ihr in dem Artikel „In 8 Schritten zum eigenen Unternehmen“.

Als Kleinunternehmer gelten aus steuerlicher Sicht Einzelunternehmer, Freiberufler, die GbR und andere Rechtformen, die im Jahr der Gründung voraussichtlich im Gesamtumsatz die Grenze von 17.500 Euro nicht überschreiten (Umsatz = Summe der erbrachten Leistungen in einer bestimmten Periode).

Für die Folgejahre gilt: Der Umsatz darf im vorherigen Jahr 17.500 Euro und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreiten.

Vor- und Nachteile der Kleinunternehmerregelung

Wenn ihr euch für die Kleinunternehmerregelung entscheidet, müsst ihr keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung entfällt ebenfalls. Rechnungen stellt ihr an eure Kunden demnach ohne Ausweisung der Umsatzsteuer von 19%.

Allerdings könnt ihr somit auch keine Vorsteuer geltend machen. Gerade bei großen Anschaffungen kann der Abzug der Vorsteuer nützliche Vorteile bringen.

Beispiel als Entscheidungshilfe: Selbstständige bietet Dienstleistung Privatperson an

Um die Entscheidung anfangs zu erleichtern, ob ihr die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen möchtet, hilft folgendes Beispiel. Ihr bietet eure Leistungen/das Produkt einer Privatperson an, mit Umsatzsteuer, wenn ihr die Regelung nicht in Anspruch nehmt: Kosten 119 Euro. Jetzt bietet jemand die gleiche Leistung ohne Umsatzsteuer an, da dieser jemand von der Kleinunternehmerreglung Gebrauch macht: Kosten 100 Euro. Für wen wird sich die Privatperson entscheiden?

Unternehmen (keine Kleinunternehmer) können die Umsatzsteuer abführen, deshalb ist für sie nur der Nettopreis relevant. Auf der anderen Seite werdet ihr professioneller wahrgenommen, wenn ihr die Umsatzsteuer ausweist und somit auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet. Denn so weiß jeder, dass ihr am Anfang steht beziehungsweise keine großen Umsätze verzeichnet.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich aber sagen, dass ich mit einem solch snobistischen Verhalten keine Erfahrung habe. Ich wurde als Kleinunternehmer im Social Media Marketing genauso ernst genommen wie später als „vollwertige“ Unternehmerin.

Kleinunternehmer – ja oder nein?

Ihr solltet euch also fragen, welche Kunden ihr mit eurem Produkt oder der Dienstleistung ansprecht und welche Anschaffungen ihr in den ersten Jahren der Gründung benötigt und ob sich hier ein Abzug der Vorsteuer lohnt. Wenn ihr euch unsicher seid, hilft ein Gespräch mit dem Steuerberater eures Vertrauens. Wenn darüber hinaus noch mehr Fragen offen sind, ist vielleicht ein Gründungscoaching die perfekte Lösung für euch.

Weitere Informationen zur Kleinunternehmerregelung findet ihr beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.


Abschließender Hinweis

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Schön, dich kennenzulernen! Als Business Coach helfe ich jungen, ambitionierten Frauen dabei, ihr “Warum” im Leben zu finden und beruflich so richtig durchzustarten. Mir ist es ein großes Anliegen, gemeinsam zu wachsen und den eigenen Weg zu gehen – wie auch immer dieser aussehen mag. Um deinen eigenen Weg zu gehen, ist es unglaublich wichtig, zu wissen, wie er überhaupt aussehen soll. Was dich glücklich macht, welche Stärken du in deine Ideen einfließen lassen kannst und welche Werte dich und deine Arbeit leiten. Lass es uns gemeinsam herausfinden!

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