Gerade in der Anfangsphase kann das Thema Steuern gerne in den Hintergrund geschoben werden. Um euch den Einstieg so leicht wie möglich zu machen, sprechen wir heute über das kleine 1×1 der Steuern für Selbstständige.

Steht die Anmeldung der Selbstständigkeit ins Haus, gibt es unglaublich viele Dinge, an die ihr gerade denkt: Eure Dienstleistung/das Produkt, welches ihr anbietet, Logo, Ansprache, Website und viele viele andere Themen, die den Start in die Selbstständigkeit bedeuten. Damit ihr den Überblick nicht verliert, erwartet euch im Artikel “In 8 Schritten zum eigenen Unternehmen” eine entsprechende Übersicht.

Disclaimer: Nehmt euch etwas mehr Zeit für dieses Thema. Lest den Artikel in einer ruhigen Minute, legt euch am besten einen Zettel und einen Stift daneben und notiert all die Bezeichnungen, die ihr nicht auf Anhieb versteht und nachrecherchieren wollt.

Die Rechtsform entscheidet über die abzuleistenden Steuern

Welche Steuerabgaben für euch in Frage kommen, hängt davon ab, welche Rechtsform ihr wählt. Ausgenommen davon ist die Einkommenssteuer, die betrifft alle. Auch die Umsatzsteuer ist in der Regel Pflicht, wenn nicht die Kleinunternehmerregelung greift.

Steuern für Freiberufler

Freiberufler seid ihr, wenn ihr einer Tätigkeit nachgeht, die unter die freien Berufe fällt und somit nicht der Gewerbeordnung unterliegt oder gewerbesteuerpflichtig ist. Eine Liste der freien Berufe findet ihr beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Freiberufler müssen die Einkommenssteuer auf den Gewinn (= Umsatz – Betriebsausgaben) zahlen. Die Höhe der Einkommenssteuer ist abhängig von Gewinn und anderen Faktoren (Kinder, Ehepartner, etc.).

Zusätzlich dazu wird der Solidaritätszuschlag mit 5,5% Festsatz erhoben. Dieser wird auf die Summe der zu zahlenden Einkommenssteuer angerechnet. Der sogenannte Soli wurde 1991 ursprünglich festgesetzt, um nach der Wiedervereinigung den ostdeutschen Ländern beim Aufbau ihrer Wirtschaft zu helfen. Heute kann er auch zu anderen Zwecken eingesetzt werden.

Sollte die Kleinunternehmerregelung nicht greifen, zahlen Freiberufler noch 7 bzw. 19% Umsatzsteuer auf die eingenommenen Umsätze. Auf diese Umsatzschuld ist die Vorsteuer anrechenbar. Das bedeutet, dass die gezahlte Umsatzsteuer auf eingekaufte Waren und Dienstleistungen abgezogen wird.

Steuern für Personengesellschaften (GbR, OHG)

Der Gewinn eurer Personengesellschaft unterliegt keiner direkten Besteuerung. Die Gesellschafter müssen einzeln ihre Gewinnanteile versteuern, wie hoch diese Anteile ausfallen, ist in der Regel durch den Gesellschaftervertrag festgelegt. Wie hoch die Steuerlast ist, kommt auf die Höhe des Gewinnanteils an.

Auch Personengesellschaften sind umsatzsteuerpflichtig und auf der Ebene der Einkommenssteuererklärung müssen die Privatpersonen den Solidaritätszuschlag zahlen.

Die Gewerbesteuer fällt dann an, wenn ihr die Personengesellschaft als Gewerbe führt oder ein Einzelunternehmer mit Gewerbe seid. Sie ist abhängig von dem aktuellen Hebesatz der jeweiligen Gemeinde, in der das Gewerbe ansässig ist.

Die Gewerbesteuer hat einen Freibetrag von 24.500€ und ist auf die Einkommenssteuer anrechenbar. Liegt euer Ertrag unter oder gleich 24.500€ wird keine Gewerbesteuer fällig.

Steuern für Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften zahlen die Körperschaftssteuer, deren Höhe bei 15% liegt. Darauf angerechnet kommt der Solidaritätszuschlag, die Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls die Gewerbesteuer hinzu. Des Weiteren muss bei der Gewinnausschüttung an die jeweiligen Gesellschafter eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25% gezahlt werden.

Steuern bei Beschäftigung von Mitarbeiterin

Solltet ihr Mitarbeiter beschäftigen, seid ihr dazu verpflichtet, Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer bei der Auszahlung des Gehalts einzubehalten und an das Finanzamt weiterzuleiten. Frist ist hier bis zum 10. jeden Monats.

Fristen, wann die jeweilige Steuer zu zahlen ist

Die Frist der Abgabe der Einkommenssteuererklärung endet am 31. Mai des Folgejahres, genauso wie die Frits der Gewerbesteuererklärung. Die Umsatzsteueranmeldung und -vorauszahlung ist monatlich bis zum 10. des Folgemonats zu entrichten. Hier könnt ihr den Zeitraum aber durch eine Dauerfristverlängerung um einen Monat nach hinten verschieben.


Abschließender Hinweis

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Schön, dich kennenzulernen! Als Business Coach helfe ich jungen, ambitionierten Frauen dabei, ihr “Warum” im Leben zu finden und beruflich so richtig durchzustarten. Mir ist es ein großes Anliegen, gemeinsam zu wachsen und den eigenen Weg zu gehen – wie auch immer dieser aussehen mag. Um deinen eigenen Weg zu gehen, ist es unglaublich wichtig, zu wissen, wie er überhaupt aussehen soll. Was dich glücklich macht, welche Stärken du in deine Ideen einfließen lassen kannst und welche Werte dich und deine Arbeit leiten. Lass es uns gemeinsam herausfinden!

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