Es ist eine Traumvorstellung: Man hat so viele Aufträge, dass man sich keine Gedanken um Finanzen, Akquise oder bezahlte Rechnungen machen muss. Für mich wurde diese Traumvorstellung zum Albtraum. Denn die Wahrheit sieht folgendermaßen aus, wenn ihr zu viele Aufträge annehmt: Ihr kommt zu nichts und habt keine Zeit, es richtig zu machen.

Die meiste Zeit ist man damit beschäftigt, souverän zu wirken, eine Masse an Mails gehetzt zu beantworten und im Prinzip nur Brände zu löschen. Auf eine erledigte Aufgabe, kommen 5 unerledigte. Wenn die Auftragslage so gut ist, dass ihr keine Ahnung habt, wie ihr den ganzen Berg an Arbeit erledigen sollt, wird auf lange Sicht gefährlich.

Ihr macht zu viel und nichts richtig

Der Nachteil: Ihr kümmert euch nicht um Akquise, denn augenscheinlich habt ihr für den Moment genug zu tun. Was aber, wenn diese Zeit vorbei ist? Fette Zeiten tragen euch über die schlechten, das ist klar. Doch letztere können unangenehm lange anhalten. Deswegen solltet ihr auch in stürmischen Zeiten immer feste Blocker für Akquise-Arbeit parat halten.

Ihr seid frustriert, weil ihr brav To-Do-Listen schreibt und am Ende des Tages noch so viel unerledigt darauf schreibt. Verzweifelt versucht ihr, Prioritäten zu setzen und scheitert kläglich, weil es einfach zu viele Prio-1-Aufgaben gibt. Auf eure persönlichen Ziele könnt ihr euch nicht konzentrieren, weil ihr euch zu vielen anderen verschrieben habt.

Ihr fühlt euch gehetzt, weil ihr von früh bis sehr spät in die Nacht an euren Projekten arbeitet und doch nicht all das erledigt, was zu erledigen ist. Darunter leidet eure Psyche, euer Privatleben, euer Körper, euer Business.

Zu viele Aufträge oder zu wenige – beides ist der Overkill

Versteht mich nicht falsch, das Gegenteil ist auch unglaublich anstrengend. Glaubt mir, ich habe beide Varianten mehrmals durchgespielt. Balance in der Selbstständigkeit und besonders in der Auftragslage zu erreichen ist schwer, in manchen Metiers sogar unmöglich (Skisaison, etc.).

Ganz wichtig (egal, ob ihr über- oder unterbucht seid): Ruhe bewahren. Ihr kriegt das hin. Holt euch Unterstützung. Egal ob mentale in Form eines Freundes, bei dem ihr alles rauslassen könnt, um dann mit neuer Energie weiterzumachen, oder eines Coaches oder in Form einer/s Angestellten. Wichtig ist, dass ihr euch die Macht über eure Gedanken zurückholt und euch nicht von der Masse an Anfragen, Mails und Aufgaben erschlagen lasst.

Das Fazit: Die Selbstständigkeit ist eine Achterbahnfahrt

Hoch und runter – seid ihr bereit, einzusteigen und es durchzuziehen? Versteht mich nicht falsch, am Ende des Tages macht es unglaublich Spaß, diesen wilden Ritt und das Abenteuer sein eigenes Leben nennen zu dürfen. Dennoch müsst ihr aus dem richtigen Holz geschnitzt sein, wenn diese Achterbahnfahrt nichts für euch ist. Sobald ihr schon nach der ersten Runde die kalten Füße bekommt – lasst nicht sofort alles liegen. Holt euch Unterstützung.

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