Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich dieses Video hochladen soll. Meine Sorge, aufgrund des Videos nicht weiter an neue Jobs zu kommen, steht immer noch im Raum. Doch die Stimme ist leiser geworden, denn sollte mich jemand nur aufgrund meiner jetzigen Situation nicht für kommende Jobs buchen, war es sowieso nicht der richtige Partner. Das sage ich mir zumindest immer und immer wieder.

Letzten Endes entschied ich mich dafür das Video hochzuladen, weil der größte Treiber meines Magazins die Ehrlichkeit und Transparenz unter uns Menschen ist. Wir alle haben von Zeit zu Zeit die gleichen Sorgen, Ängste, Nöte. Wieso also nicht zugeben, wenn die Selbstständigkeit finanziell gerade nicht so gut läuft?

Von der Selbstständigkeit zurück zur Festanstellung?

Das ist also meine Situation. Ich schreibe am Tag 5-10 potentielle Kunden an und versuche dies so individuell wie nur möglich zu gestalten. Ich arbeite meine laufenden Projekte ab, jäte Unkraut und schiebe Steine im Garten meiner Familie nach rechts und links, um den nötigen Abstand zur Businesswelt zu kommen. Nichts erdet dich mehr als Dreck unter den Fingernägeln von getaner körperlicher Arbeit.

Was du tun kannst, wenn die Selbstständigkeit gerade nicht läuft

1. Checke deine Finanzen
Überprüfe dein Budget: Ab wann musst du an deine Reserven? Wie groß ist dein Puffer? Gibt es sinnvolle Möglichkeiten, deine Ausgaben während der knappen Zeit zu reduzieren? Wo lohnt es sich, zu sparen? Nicht nur in der brotlosen Zeit ist es wichtig deine Ausgaben zu kennen, sondern auch schon während der “fetten Jahre”. Dennoch lohnt vielleicht in der schwierigen Zeit ein zweiter Blick in deine Finanzen und du wirst etwas ruhiger.

2. Mache deinen Job
Lasse nicht zu, dass der finanzielle Druck und deine Panik dafür sorgen, dass du bei laufenden Projekten anfängst, zu schludern. Weder du noch deine Kunden profitieren davon, wenn deine Nerven mit dir durchgehen. Fahre vielleicht für zwei Stunden in die Natur raus, wenn du merkst, dass die Angst dich zu übermannen droht, atme tief durch und komm gestärkt von diesem kleinen Ausflug wieder. Du kannst das schaffen – wenn dein Verstand die Kontrolle behält.

3. Akquise, Akquise, Akquise
Für die Jobakquise gibt es mehrere Wege, wie du an neue Aufträge kommen kannst:

a. Dein Netzwerk
Ein gutes Netzwerk ist die beste Medizin gegen eine Auftragsflaute – melde dich und und mach klar, dass du wieder Kapazität hast. Mit etwas Glück sucht jemand gerade oder kann dich vermitteln/weiterleiten. Wie du ein Netzwerk aufbaust, erfährst du in diesem Artikel. Eine weitere Möglichkeit ist, Vorträge zu halten. Denn bei Vorträgen hast du die Chance vor 20-30 Unternehmern zu sitzen und dein Expertenwissen zu präsentieren. Am Ende eines Vortrags kannst du anbieten, deine Präsentation zu teilen und wenn jemand Bedarf hat, direkt ein Angebot über den Leistungsangebot anzuhängen. Denn sind wir mal ehrlich: Kaltakquise (untenstehende Möglichkeiten) sind zwar gut und richtig, jedoch nicht annähernd so effektiv wie eine persönliche Vorstellung und ein direktes Gespräch mit der richtigen Zielgruppe.

b. Jobbörsen und -vermittlungen / Google
Für Freelancer gibt es die Websites Freelance.de, Freelance-market.de, Das Auge und Freelancer Map für Jobausschreibungen. Außerdem schadet es nicht, bei Indeed, Monster oder Stepstone vorbeizuschauen – aber Vorsicht vor der Verführung zu Festanstellungen 🙂 Academic Works oder Gump sind beispielsweise Personalvermittungen, bei denen man sich auch kostenlos registrieren kann und sich damit nochmal anders auf den Markt wirft.

c. Der Teilzeitjob
Manche Jobs muss man machen, die die Miete zahlen. Wenn du eine Auftragslücke schnell füllen musst, weil du sonst nicht weißt, wovon du in der nächsten Zeit leben sollst, eine Festanstellung für dich jedoch nicht in Frage kommt, dann ist es vielleicht auch ein Anfang über den Sommer einen Hilfsjob anzunehmen (vielleicht sogar im Ausland) oder in einem Café zu jobben. Hauptsache du finanzierst dir damit deinen Lebensstil, bis sich die Auftragslage bessert.

d. Der “letzte” Ausweg: Festanstellung
Es kann eben auch sein, dass du feststellst, dass diese finanzielle Unsicherheit sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und du dir mehr Sicherheit, einen geregelten Tagesablauf und Kollegen zurückwünschst. Oder du bei deiner Akquise auf deinen Traumjob stößt. All das ist legitim und den Besten unter uns schon passiert. Poliere deinen Lebenslauf, schreib dieses Anschreiben und dann bewirb dich, BOSSBABE.

Wichtig: Die eigene Website
Hier kannst du deine Arbeitsproben und Referenzen zeigen, dein Profil schärfen und deine Arbeit und dich unabhängig von irgendwelchen vorgefertigten Bewerbungsvorlagen präsentieren. Sieh zu, dass deine Kontaktdaten gut auffindbar sind.

4. Schieb keine Panik
Du hast einen gesunden Menschenverstand und wirst immer wieder Arbeit finden. Das ist nun dein tägliches Mantra, bis eine bessere Zeit kommen wird. Panik hilft da nicht weiter, sondern sich hinsetzen, einen Plan machen und mit Schritt 1 anfangen. Manchmal müssen wir Rückschritte machen, um weiterzukommen. Fange nicht an, deine Fähigkeiten und deine Leistungsbereitschaft anzuzweifeln, wenn die Absagen kommen. Denn unter all den Absagen wird auch irgendwann wieder eine Zusage zu finden sein, du darfst nur nicht aufgeben. Du schlägst dich besser als du momentan vielleicht glaubst, BOSSBABE.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Laura,

    ich habe mir gerade deinen Beitrag zur Selbstständigkeit (was passiert wenn es nicht so gut läuft…) angesehen.
    Du bist mir auf den ersten “Blick” sehr sympathisch. Ich bin tief beeindruckt das du auch solche Themen ansprichst. Sehr gut! Ich habe immer wieder das Gefühl (besonders auf Instagram) das es nur erfolgreiche, sehr gut verdienende und perfekt aussehende Blogger gibt. Die Bilder sind sehr schön, nur irgendwann wird alles zum Einheitsbrei… Da ist leider oft nicht viel Authentizität dahinter…
    Dann bin ich auf dein Profil gestoßen und habe mir nun auch dein Magazin angeschaut.
    Sehr, sehr toll!!!! Ich kann aus deinen Beiträgen soviel heraus ziehen und sie motivieren mich auch total!
    Bei mir ist es ein wenig anders als bei dir, dennoch habe ich mir auch schon solche Gedanken gemacht wie du sie in deinem Beitrag beschreibst. Ich bin seit Februar 2017 selbstständig, habe aber auch noch einen Job als Führungskraft in einem großen Unternehmen. Bei mir stellt sich die Frage wann lasse ich los und gehe 100 % meine eigenen Wege…
    Ich habe meine Passion zum Beruf gemacht und eine Agentur für visuelles Marketing und Merchandising gegründet. Es läuft gut – mit mehr Zeit in meiner Selbstständigkeit könnte es sehr gut laufen…
    Die Entscheidung muss ich selbst treffen ich weiß…

    Ich schau mir noch ein paar Beiträge von dir an, ziehe mir Informationen heraus und freue mich einfach über deine Art durch das Leben zu gehen. Ich kenne dich zwar nicht aber schon allein so ein Magazin zu betreiben zollt dir meinen höchsten Respekt!!!
    Wenn ich dir irgendwie helfen kann (Netzwerk?) dann lass es mich wissen.

    Ganz liebe Grüße aus München,
    Claudia

    Pineapple Merchandising
    http://www.pineapple-merchandising.com

    • Liebe Claudia,

      tausend Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die ganz lieben Komplimente! Ich fühle mich sehr geehrt – danke! Ich hoffe, dass du auch in Zukunft durch die Beiträge inspiriert wirst und immer mal wieder gerne vorbeischaust. Momentan habe ich wieder eine voll ausgelastete Zeit – das zeigt mir, dass man immer wieder Geduld und Ruhe mitbringen muss, um diesen Job durchzuziehen. Manchmal kannst du dich nicht vor Angeboten retten und dann wieder ist tote Wüste.

      Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Business – eine tolle Website hast du 🙂
      Liebste Grüße aus München
      Laura

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