Eigentlich finde ich es traurig, dass in der heutigen Zeit überhaupt noch Artikel über dieses Thema geschrieben werden müssen. Man sollte meinen, die Zeit hat uns alle gelehrt, breit gefächert zu denken. Anderen Menschen, egal welchen Geschlechts oder welcher Nationalität, offen zu begegnen. Der Alltag sagt allerdings etwas anderes.

Schlimm genug ist es, dass es beispielsweise so etwas wie eine Frauenquote überhaupt geben muss. Warum ist es immer noch so, dass zwischen Männern und Frauen und nicht beispielsweise zwischen qualifizierten und unerfahrenen Menschen unterschieden wird?

Meine bisherige Erfahrung zeigt mir (wie so viele wissenschaftlichen Studien ebenfalls), dass Mädchen im Schnitt bessere Leistungen erzielen als ihre männlichen Mitschüler. Wann also wendet sich dieses Blatt angeblich? Wie können wir eine Zukunft erschaffen, in der es endlich keine Rolle mehr spielt, ob wir nun dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht angehören?

Eine Zukunft, in der wir alle die gleichen Chancen haben und diese auch nutzen?

 

Ihr dürft nicht alles akzeptieren!

Seit Jahrzehnten versuchen wir in der Gesellschaft bereits das Bild der berufstätigen Frau zu einem Normalen zu machen. Im Jahre 2018 angekommen, sollte man deshalb meinen, dass dieses Bild nun bei allen Menschen (ja, auch unseren männlichen Kollegen) angekommen sein sollte. Doch leider muss ich sagen: Das ist es nicht.

Erst kürzlich machte ich eine Erfahrung, die mich wirklich zutiefst schockierte. Eine männliche Führungsperson eines kleinen Unternehmens machte im monatlichen Meeting des Führungskreises mehrere abwertende Bemerkungen über die Frauen des Unternehmens. Größtenteils gab er hier unbegründete Anschuldigungen und sexistische Kommentare zum Besten. Als ich davon hörte, war ich wirklich schockiert.

Zum Einen schockierte mich, dass eine Person überhaupt solche Dinge sagt. Des Weiteren schockierte mich, dass niemand aus dem restlichen Führungskreis (sechs weitere Männer) etwas dagegen sagte, also scheinbar die gleiche Meinung vertraten. Oder zumindest zu feige waren, um Gegenargumente vorzubringen. Am meisten prägte sich allerdings der Kommentar einer Freundin zu dieser Situation ein: „Er kann nun mal nicht mit Frauen zusammenarbeiten. Das ist eben so.“

So etwas einfach hinzunehmen, kann ich nicht. Aber, dass sich ein solcher Kollege, von dem bekannt ist, er könne nicht mit Frauen zusammenarbeiten, für den Führungskreis qualifiziert, ist meiner Meinung nach ein Armutszeugnis unserer heutigen Gesellschaft.

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Tretet aus eurem Schatten

Durch diesen Kommentar meiner Freundin wurde mir wieder mal klar: Wir Frauen erschaffen uns, zumindest teilweise, unsere Situation selbst. Wenn ich mich im weiteren Freundes- und Bekanntenkreis umhöre, stelle ich viel zu häufig fest, wie sich Frauen hinter ihren männlichen Kollegen verstecken, auch wenn sie selbst viel höher qualifiziert sind. Dem muss ein Ende gesetzt werden.

Um an der allgemeinen Situation etwas zu ändern, muss sich jede von uns Gedanken darüber machen, wie sie ihren eigenen Beitrag dazu leisten kann. Das fängt in der Regel damit an, das eigene Berufsleben durch selbstbewusstes Handeln nachhaltig zu verändern.

Hand auf‘s Herz: Wie häufig kam es schon vor, dass ihr ein Projekt nicht übernommen habt, weil ihr an eurer Qualifikation gezweifelt habt? Wie häufig habt ihr euch auf eine Position nicht beworben, weil ihr nicht zu 100% den Kriterien in der Stellenausschreibung entsprochen habt? Habt ihr möglicherweise den Traum einer eigenen Firma verworfen, oder zumindest hinten angestellt, weil ihr dafür (fachlich) noch nicht bereit seid?

Nun denkt über das Folgende nach: Würde ein Mann das machen? Würde ein Mann lieber ein tolles Projekt ablehnen, nur weil er sich vielleicht blamieren könnte? Sicherlich nicht! In nahezu 95 % der Fällen wirst du dich nicht blamieren. Euer Chef / eure Chefin / euer Kunde wird sich sicher etwas dabei gedacht haben, sich mit diesem Projekt an euch zu wenden. Habt Vertrauen in euch und eure Fähigkeiten. Wenn andere das tun, solltest du es ihnen gleichtun.

Völlig egal um welche der oben genannten Situationen es sich handelt – die Botschaft ist immer die Gleiche: Fangt an, an euch zu glauben und ihr werdet Großes erreichen können.

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Unterstützt andere und seid gemeinsam stark

Sicher habt ihr bereits von der #womenempowerment – Bewegung gehört. Keine Sorge, hierbei handelt es sich nicht um einen streng feministischen Club, sondern mehr um eine Lebenseinstellung. Es wird immer Frauen geben, denen es leichter fällt sich in der Berufswelt zu behaupten und jene, die sich schwer tun. Gehört ihr zu der ersten Gruppe, solltet ihr es euch zur Aufgabe machen, andere zu unterstützen, die sich der zweiten Gruppe zugehörig fühlen.

Nur, wenn wir geschlossen stark auftreten, können wir es schaffen, das Bild der berufstätigen Frau zu einem normalen, gesellschaftlich akzeptierten Bild zu machen. Es ist erschreckend, wie viele junge und ältere Frauen ihre Meinung von der eines oder einer anderen abhängig machen.

Anstatt uns gegenseitig herunter zu ziehen, oder in einem ständigen Konkurrenzkampf zueinander zu stehen, sollten wir uns gegenseitig unterstützen. Gemeinsam Erfolge feiern, uns gegenseitig unter die Arme greifen, wenn es einmal schwer wird und uns ermutigen, wenn der letzte Tritt in den Hintern noch fehlt, um einen wichtigen Schritt in unserem Leben zu gehen.

Lebt EUREN Traum

Abschließend ist es wichtig zu sagen, dass ich niemandem versuche einen Lebensstil nahezulegen, der nicht zu einem passt. Ihr müsst keine großen Karriereziele haben. Vielleicht ist es euer Traum, eine große Familie zu haben und immer für sie da zu sein. Das ist toll! Niemand sollte dafür negativ über dich urteilen.

Wenn ihr aber eine regelmäßige Leserin von THE BOSS WAY seid, gehe ich stark davon aus, dass ihr euch im Leben große Karriereziele gesetzt habt. Ihr träumt zum Beispiel davon, eine eigene Firma zu gründen. Mein Tipp dazu lautet: TUT ES! Die Zeit wird niemals wirklich reif sein und die Umstände vielleicht niemals einfacher.

Oder möchtet ihr eine hohe Position im Management einer großen Firma erreichen? Dann arbeitet darauf hin. Jeden einzelnen Tag. Lasst euch nicht von komischen Blicken oder Kommentaren deiner Kolleginnen und Kollegen aufhalten. Ihr habt das Zeug dazu. Hört auf damit, männlichen Kollegen (auch wenn das unbewusst geschieht) den Vortritt zu lassen. Warum solltet ihr auch? Ihr seid mindestens genauso qualifiziert. Also geht raus und zeigt es allen!

Es geht nicht darum, immer wie ein Mann zu denken. Dabei würde vermutlich nicht nur Gutes bei rauskommen. Ab und zu können wir uns aber schon eine Scheibe von unseren männlichen Kollegen abschneiden. Aber nur eine kleine 😉

3 Tipps, um dir den Respekt zu verschaffen, den wir verdienen

Seid furchtlos! Raus aus der Komfortzone, weg mit dem überzogenen Sicherheitsbedürfnis und rein ins Abenteuer. Ein berühmtes Zitat besagt „Great things never came from comfort zones.” Seid mutig und wagt den Sprung. Es wird sich lohnen.

Seid die Nummer Eins! Die Nummer Eins in eurem Leben und in eurer Karriere. Lasst euch von nichts und niemandem von dieser Postion verdrängen. Erst recht nicht von euch selbst. Steht euch nicht selbst im Weg. Hört auf, euch hinter anderen zu verstecken und zeigt der Welt, wer ihr seid und was ihr könnt. Ihr habt das Potenzial – nutzt es!

Seid ihr selbst! Bei all dem ist es wichtig, dass ihr euch aus eurer Komfortzone hinaus bewegt, aber euch dennoch nicht verstellt. Seid euch bewusst darüber, was eure Ziele sind und dann handelt ihnen entsprechend. Seid die Person, die ihr sein möchtet. Und davon die beste Version, die die Welt jemals gesehen hat. Völlig egal, was die anderen sagen.

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Die Idee für In Your Twenties kam mir bereits vor 2 Jahren während meines Studiums. Ich hatte von bekannten, erfolgreichen #girlbosses gelesen, die ihre Erfahrungen teilten. Nur waren diese erfolgreichen jungen Frauen weit weg und ihre Ziele erschienen unerreichbar zu sein. Wer war hier auf Augenhöhe, der mich mitnahm auf seinem Lebensweg? Mit allen Gedanken, Erfahrungen und den typischen „Das mach’ ich nie wieder“s? Ich bin sicher kein Profi in Life-Coaching, auch nicht in Styling und mit meiner Flugangst, habe ich auch bei weitem noch nicht alle Orte auf der Welt bereist, die ich sehen möchte. Ich bin ein „the girl next door“, eine kreative Seele, die gerne schreibt und ihre Erfahrungen mit anderen Gleichgesinnten teilt.

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